Mädchentag

Am Samstag hatte ich mit zwei Freundinnen in unserer Gemeinde einen Mädchentag organisiert. Es war ein ziemlich bunter Haufen und obwohl alle so wunderbar unterschiedlich waren, hatten wir eine ganz starke Zeit zusammen. Wir haben Eis mit Erdbeeren, Schokosauce und bunten Streuseln gegessen, Handpeeling und Gesichtsmasken gemacht, Pizza gebacken, ein Spiel gespielt und natürlich ganz viel miteinander gequatscht und gelacht. Zum Abschluss gab es dann einen zuckerkitschigen Mädchenfilm und selbstgemachten Eistee. Unser Ziel war es, dass die Mädels mal einen Tag unter sich haben, dass sie als Gruppe zusammenwachsen, eine herrliche Gemeinschaft haben und dass sie Spaß haben. Doch es war uns ebenfalls unheimlich wichtig, dass sie noch etwas Anderes von diesem Tag mit nach Hause nahmen: dass sie um ihren besonderen Wert wissen, den Gott ihnen zuspricht.

 

Der Film, den wir schauten, war ein guter Aufhänger dafür. Es ging darin um ein Mädchen, das ohne ihren Vater aufwächst. Ihre Mutter tut ihr Bestes, um diese Lücke in ihrem Leben zu füllen. Doch so sehr sie sich auch bemüht, irgendetwas fehlt. Von Jahr zu Jahr wird diese Sehnsucht in ihr immer größer und überwältigender. Im Gespräch mit einer Schulkameradin wird deutlich, dass sie nicht wirklich weiß, wo sie hingehört, dass sie kein Ziel und keinen Plan für ihr Leben hat. Gleich zu Beginn sagt das Mädchen einen entscheidenden Satz: „Ich habe das Gefühl, ich bin nur zur Hälfte da. Und wie soll ich ohne die zweite Hälfte wissen, wer ich eigentlich bin?“ Dann macht sie sich auf den Weg, sie sucht und findet ihren Vater. Doch sie hat Zweifel: Bin ich, so wie ich bin, genug? Müsste ich nicht klüger, nicht schicker, nicht kultivierter sein?

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Ich bin mir sicher, dass alle Mädels, die an diesem Tag da waren, dieses Gefühl kennen. Nicht vollständig zu sein. Nicht zu genügen. Weder in der Welt, noch vor Gott. Ich empfand früher ebenso und es war ein langer Prozess, bis ich diese Lügen in meinem Kopf durch die Wahrheit des Wortes Gottes ersetzt hatte. Und ich weiß noch genau, wie es sich anfühlte, von diesen Lügengebilden gefesselt zu sein. Es liegt mir so sehr am Herzen, dass die Mädels das irgendwann ebenfalls verstehen. Dass sie begreifen, dass auch sie auf der Suche nach ihrem himmlischen Vater sind. Und er es ist, der sie vervollständigt und ihnen ihren Platz im Leben und ihren Wert gibt. Dass sie erkennen, wie wunderbar und einzigartig sie sind. Diese unglaubliche Zusage muss ihnen vom Kopf ins Herz rutschen. Doch diese Hürde ist eine der schwierigsten überhaupt. Und ich weiß, dass es viel mehr als eine Andacht und einen gemeinsamen verbrachten Tag dazu braucht. Deshalb hoffe und bete ich, dass sie es irgendwann zulassen. Denn dann wird Gott mit Macht und Wahrheit in ihr Leben sprechen und alle Schrecken werden fliehen. Wir Freundinnen werden dranbleiben und nicht müde werden, „unseren“ Mädels davon zu erzählen. Ich freue mich jedenfalls schon auf den nächsten Mädchentag. Zum Schluss meiner Andacht und zum Abschluss des Tages gab ich den Mädels Folgendes mit auf den Weg:

„Gott nimmt dich so an, wie du bist. Denn er hat dich erdacht und erschaffen. Gott schämt sich nicht für dich. Die Welt möchte dir etwas Anderes einreden. Dass du nicht gut genug, nicht schön genug, nicht klug genug bist. Und nichts, was du tust, wird das jemals ändern, denn diese Lügen sind dazu da, dass du dich schlecht fühlen sollst und deine wahre Bestimmung, deinen wahren Platz nicht einnehmen kannst. Denn du bist eine Tochter des allmächtigen Gottes und das macht dich zu einem Königskind. Mit dieser Würde darfst du durch die Welt gehen, denn dein liebender Vater ist immer bei dir. Nicht du oder die Welt bestimmen deinen Wert, sondern Gott. Und in Gottes Augen bist du unendlich wertvoll. Weil er dich liebt.“

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Wir lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat. 1. Johannes 4, 19

 

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