Gastbeitrag: Woran glaubst du?

Der folgende Beitrag ist von Eveline. Sie bloggt auf VOM WAHREN LEBEN und ihren Text habe ich dort entdeckt. Er regte mich zum Nachdenken an und teilweise musste ich mich selbst hinterfragen, denn manche Fragen muss man sich einfach mal gefallen lassen. Gleichzeitig ließ der Text mich wieder einmal staunen über diesen großen Gott, dessen Kind ich sein darf. 

 

Ich glaube, dass jeder Mensch glaubt. Wir glauben nicht alle das Gleiche, aber wir glauben alle. Ich glaube, dass sogar die, die glauben an nichts zu glauben, glauben. Manche glauben an sich selbst und ihre Idee oder an andere und deren Idee. Manche glauben an Geld oder an Macht.

Der Glaube ist das, was uns antreibt, was uns den Mut gibt, den nächsten Schritt zu gehen, ein Wagnis einzugehen. Glauben gibt Halt und Sicherheit. Glauben bedeutet hoffen, überzeugt sein, nicht zweifeln. Glauben bedeutet auch handeln. Wir Christen glauben an den einen Gott. Wir glauben, dass er in Jesus, seinem Sohn, Mensch geworden ist, am Kreuz für unsere Schuld starb und nach drei Tagen wieder auferstand. Aber glauben wir wirklich noch an Gott, so wie er sich in der Bibel offenbart oder haben wir vielleicht sein Wesen so weit beschnitten, dass es in unser Weltbild passt? Dem Zeitgeist besser entspricht?

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Glauben wir noch an den einen Gott?

Wir glauben an einen Gott, der allwissend ist,
aber wollen nichts von seinem Willen wissen.
Wir glauben an einen Gott, der allmächtig ist,
aber fürchten uns nicht vor seiner Macht.
Wir glauben an einen Gott, der allgegenwärtig ist,
aber verhalten uns, als gelte das nicht für die Gegenwart.
Wir glauben an einen Gott, dem nichts unmöglich ist,
aber bitten ihn nicht mal für das Mögliche.
Wir glauben an einen Gott, der heilig ist,
aber wollen nicht wie Heilige leben.
Wir glauben an einen Gott, der den Tröster sandte,
aber suchen dennoch Trost in Begierde und Sucht.
Glauben wir an den einen Gott?

Wir glauben an einen Gott, der Israel aus Ägypten befreite,
beten aber nicht, dass er heute die Politiker leite.
Oder glauben wir, dass er auch heute die Fäden der Welt
in der Hand hält?
Wir glauben an einen Gott, der den Riesen Goliath durch ein Kind besiegt,
aber nicht, dass ihm heute der Geringste am Herzen liegt.
Wir glauben, dass er Blinde sehend machte und heilte alle Krankheit,
aber wir geben alles Geld aus für Schönheit
und Gesundheit.
Wir glauben, dass er seine Arme öffnete weit
für Bettler, Witwen und Waisen,
aber verschließen unsere Augen vor Leid.

Wir glauben an einen Gott, der sagt, ich bin das Haupt
der Gemeinde und sie wähle ich zur Braut,
aber betrügen ihn mit der Welt, als ob er nicht hin schaut.
Als kenne er keine Eifersucht,
beflecken wir das Brautkleid mit Unzucht.
Ja, wir behaupten,
dass wir einst glaubten,
dass die Gemeinde ein Leib ist,
leben aber in Neid und Streit.

Wir glauben an einen Gott, dessen Wort die Bibel ist,
aber locken andere in die Gemeinde mit List.
Indem wir predigen, was sie hören wollen
und nicht das, was sie hören sollen.
Wohlfühlen sollen sie sich hier.
Berauscht von Liebe und Annahme wie wir.

Wir glauben an einen Gott, der wiederkommt,
beten aber nicht für Erweckung.
Glauben, dass er der Vater aller Vaterschaft ist,
aber ehren Vater und Mutter nicht.
Glauben, dass er Kinder liebt,
aber suchen für unsere Kinder den Rat in seinem Wort nicht.
Wir glauben an einen Gott, der Berge versetzen kann, aber vertrauen ihm nicht mal die kleinsten Fragen unseres Lebens an.

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Wir predigen die Waffenrüstung Gottes,
glauben aber nicht mehr an den Feind.
Glauben wir noch an den einen Gott?

Wer ist dieser Gott, an den wir wirklich glauben?
Ist es noch der Eine, der sich in der Bibel offenbart? Dürfen wir ihn seiner Ganzheit berauben?
Singen wir vom Löwen und vom Lamm, glauben aber nicht mehr daran,
dass der Löwe uns zerreißen kann?
Glauben wir an einen Gott, der Sünde hasst und sich nicht spotten lässt?

Der nicht nur ein Kind sterben ließ,
weil es seinen Propheten auslachte? (2. Könige 2,24)
Der lieber wollte, dass seine heilige Lade in den Dreck krachte,
als vom unwürdigen Helfer berührt? (2. Samuel 6,6)

Wenn wir ihm glauben, dass sein Joch leicht ist, warum leben wir nach weltlichen Maßstäben?
Und verhalten uns nicht wie der Weinstock und seine Reben?
Wenn wir seiner Rettung glauben,
warum leben wir nicht wie Gerettete?
Warum sind wir NUR bis ans Kreuz gegangen
und bangen
ob wir gerettet sind.
Anstatt wie ein Kind
zu leben in völliger Abhängigkeit von ihm,
machen wir uns abhängig von den Meinungen anderer.
Warum leben wir noch wie Knechte, Sklaven und planlose Wanderer?
Gerufen hat er uns zur Freiheit.
Uns geboten freies Geleit
bis ans Ziel,
an dem er uns haben will.
Aber wir haben nicht verstanden,
dass wir zu dieser Freiheit gelangen,
indem wir anfangen,
uns von ihm abhängig zu machen
und stets zu wachen.
Damit wir nicht verpassen, was er uns vorbereitet
und welchen Weg er uns leitet.
Bis wir den Lauf vollenden.
In unserer Berufung die Geschicke der Welt wenden.

Reicht es uns, wie durchs Feuer gerettet zu werden
mit allen Reichtümern und Schätzen auf Erden?
Oder wollen wir an seiner Seite regieren in Ewigkeit?
Unseren Glauben leben in Echtheit?
Sind wir bereit kompromisslos zu glauben?

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Wir glauben an einen Gott der Gnade,
aber nicht an die gerechte Strafe für Sünde und Schuld.
Das ist so schade.
Wir nennen Sünde nicht mehr beim Namen
und können uns deshalb nicht mehr laben
am lebendigen Wasser.
Wir könnten leben so viel krasser.
Wenn unser Glaube nur so groß wäre wie ein Senfkorn.
Wir wären nicht mehr so verlor’n
und verstrickt in Lügen,
wenn wir uns in Gehorsam unserem Gott
würden fügen.

Wir glauben an einen Gott, der uns durch Jesus zur neuen Kreatur gemacht.
Er, der verspottet und verlacht
für uns ans Kreuz gegangen ist,
für mich und damit du gerettet bist.
Er hat sein vollkommenes Leben gegeben,
damit wir leben.
Dafür müssen wir nichts bringen.
Dafür dürfen wir ihm Loblieder singen.
Ihn anbeten in Ehrfurcht.
Doch wir haben ihn uns zusammengereimt,
wie er uns passt,
lassen zu, dass die Sünde aufkeimt
in unserer Mitte.
Kommt, tretet mit mir vor seinen Thron mit der Bitte,
um Vergebung dafür, dass wir ihn beschnitten
zu einem einseitigen Gott.
Obwohl er für uns am Kreuz gelitten.

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Oh versteht mich nicht falsch!
Er ist die Liebe!
Und er ist die Gnade!
Und voller Geduld!
Bei all unserer Schuld.
Unbeschreiblich gnädig und barmherzig ist er
und liebt uns so, wie wir sind.
Doch alles auf Erden ist Haschen nach Wind.
Wir versuchen auf beiden Seiten zu streiten
und lassen uns dabei von unseren Gefühlen leiten.
Wir können nicht mehreren Göttern dienen.
Lasst uns wieder auf das besinnen,
was in seinem Wort steht
und an seiner Seite gewinnen.
Der Sieger ist er schon heute,
er wollte nur, dass es uns reute
und wir aufrichtig zu ihm kämen
mit allen Verfehlungen, die uns lähmen,
ein kompromissloses Leben zu führen als seine Befreiten.
Nicht mehr zu leben in Menschenfurcht,
sondern in Ehrfurcht
vor ihm, dem Befreier, dem Arzt und dem Heiler,
dem Retter und Richter und Gott.
Glauben wir an den einen Gott?

Ich will glauben!
Ich will glauben an den Gott,
der sich in der Bibel offenbart,
der mit seiner Gnade und Barmherzigkeit nicht spart.
Ich will glauben an den Gott, der gestern, heut und morgen derselbe ist.
Ich will ihm jeden Bereich meines Lebens geben.
Ich will ihn fürchten und loben,
mit jedem Atemzug verherrlichen,
nicht mehr in Lauheit dahinsiechen.
Ihm will ich jeden Schritt anvertrauen
und auf seine Zusagen bauen.
Glauben wir noch an den einen Gott?

Ich glaube an den einen Gott!

Und woran glaubst du?

Eveline Wilms

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